Der falsche Teufel

Eine düstere Legende aus Ostfriesland.

Hauke Hansen arbeitete als Großknecht auf einem Hof in Toquard im Harlingerland. Von Natur aus skrupellos, schikanierte er alle, die unter ihm arbeiteten. Eines Tages wurde einem jungen Knecht, Onno Attena, die Aufgabe übertragen die Pferde in später Stunde auf die Weiden zu bringen.

Obwohl Attena behauptete, dass er keine Angst vor der Dunkelheit hat, konnte Hansen es nicht unterlassen Attenas Mut zu testen. Als Teufel verkleidet, wartete Hansen in der Dunkelheit nähe der Weiden. Er gab sich zu erkennen, sobald Attena an den Weiden ankam. Zu Hansens großer Überraschung hatte Attena tatsächlich keine Angst und machte keine Anstalten vor ihm wegzulaufen.

Frustiert wollte Hansen gerade verschwinden, als beide Männer eine angsteinflößende Stimme hörten, „Wer bist? Warum machst du meine Arbeit als Teufel?“ Hansen wurde von seiner Angst überkommen, aber wollte sein Gesicht gegenüber Attena nicht verlieren. Er antwortete: „Das geht dich gar nichts an!“. Irritiert fragte die ominöse Stimme ihn, was seine Intentionen wären. „Das ist meine Angelegenheit!“, antwortete Hansen. Verärgert über den Ton von Hansen, erschien eine unheimliche, dunkle Person und kratze Hansen mit seiner Teufelskralle über das Gesicht. Voller Todesangst versuchte Hansen zu entkommen, aber die schwarze Figur stürzte sich auf ihn. Um sein Leben kämpfend, rief Hansen Attena um Hilfe!

Auch wenn er keinen Grund hatte einzugreifen, er hatte Angst um sein eigenes Leben und hegte keine Sympathien für Hansen, machte Attena sich auf den Weg. Er fasste sich an Herz und sprang die dunkle Person an. Hierbei bemerkte er, dass es der Teufel höchstpersönlich war. Beeindruckt von Attenas selbstlosem Eingreifen, entschied sich der Teufel Attena und Hansen zu verschonen und schwand in der Dunkelheit.

Viele Jahre sind seit dem Vorfall vergangen, aber in Hansens Gesicht sind immer noch die Narben der Teufelskralle zu sehen. Von der Nacht an ließ Hansen von seinem skrupellosen Verhalten ab und behandelte seine Kollegen mit Respekt. Auch versuchte er nie wieder den Teufel zu spielen…

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