Mit der „Etta“ unterwegs im Jadebusen

Sie ist seine ganz große Liebe und liegt an der Kaimauer das Dangaster Hafens – die „Etta von Dangast“. Schon seit über 30 Jahren gehört sie zu Dangast und vor allem zu ihrem Kapitän Anton Tapken. Teetied hat das ostfriesische Original bei seiner Arbeit begleitet.

Anton Tapken  ist der Vierte von den sechs Tapken-Geschwistern, die zusammen mit ihren Familien in Dangast das Kurhaus mit dem legendären Rhabarberkuchen, die Kurhaus-Klause und einen Campingplatz betreiben – und das alles mit einem faszinierenden Blick auf das Wattenmeer.
Schon immer wollte Anton Tapken zur See fahren – etwas anderes kam für ihn gar nicht in Frage. Darum machte er gleich nach der Schule eine Lehre zum Bootsbauer und befuhr über mehrere Jahre die Meere in der ganzen Welt. Mit 26 Jahren erwarb er sein Kapitänspatent und irgendwann zog es ihn zurück in seine Heimat nach Dangast.

Anton Tapken am Steuer seiner „Etta“

Auf der Suche nach einem eigenen Schiff fiel ihm das Angebot einer Reederei ins Auge, die ihr Passagierschiff verkaufen wollte. Er überlegte nicht lange und griff zu. So ist die „Etta“ nach Dangast gekommen – ihren Namen verdankt sie übrigens der Frau des alten Friesenhäuptlings Edo Wiemken.
Fast täglich in der Saison ist sie im Jadebusen unterwegs. Mal ganz kurz eben rüber zum Leuchtturm Arngast und mal auch länger mit Halt an einer Seehundbank. Nach 2 bis 5 Stunden geht es aber auf jeden Fall zurück in den Hafen nach Dangast. Hier steht eigentlich immer jemand am Fahrplan und sucht für sich die passende Tour aus, die immer Nordseefeeling pur mit großem Unterhaltungswert verspricht.
Anton Tapken ist ein launiger Typ, der seinen Fahrgästen jede Menge zu erzählen hat. Mit einem schmunzelnden Blick spinnt er jede Menge Seemannsgarn – aber natürlich nicht nur. Beim Auslaufen aus dem Dangaster Hafen erzählt er die Geschichte des Seebades, das am jetzigen Kurhaus gegründet wurde. Hier entstand schon vor über 200 Jahren auf dem Dangaster Geesthügel eine Seebadeanstalt mit einem von Deichen unverbauten Meerblick, die schon damals gern von Badegästen aufgesucht wurde. Das ist bis heute so geblieben. Hier erlebt man live, was Kult in Dangast bedeutet.  Einen Besuch der ringsum liegenden Galerien darf man auf keinen Fall verpassen. Die Künstler selbst oder ihre Nachfahren präsentieren gern die Werke, die zu einem großen Teil in Dangast entstanden sind.

Weiter geht die Bootstour am Campingplatz Rennweide und dem Dorf Dangast vorbei ins offene Fahrwasser Richtung Eckwarderhörne. Irgendwann hört man gar nichts mehr von den Zivilisationsgeräuschen und kann die Nordsee in ihrer unglaublichen Vielfalt mit Möwengeschrei und einer steifen Brise im Haar genießen.
Die meisten Fahrten sind öffentlich – Anton Tapken bietet aber auch Charterfahrten an. Wer möchte, kann mit ihm auch den Hafen der Ehe ansteuern.
Nach der Saison überwintert er seine „Etta“ im Vareler Hafen, bevor sie im Frühjahr vor Saisonbeginn in der Jade-Werft in Wilhelmshaven einer „Frühjahrskur“ unterzogen wird, damit sie die Strapazen der Saison unbeschadet übersteht.

Die Etta im Dangaster Hafen
© Martin Stöver

Seit einigen Jahren zieht ein Quermarkenfeuer am Dangaster Hafen die Blicke auf sich, das er sehr  zum Bedauern vieler Wilhelmshavener dem Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven abgerungen hat. Er hat eine Vision: Gern möchte er am Dangaster Hafen ein Clubhaus für die Gäste bauen. Entsprechende Anträge sind gestellt. Wenn der Bau dann umgesetzt wird, möchte er sich in das Rentnerleben stürzen – oder vielleicht doch nicht?

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